40.000 Jobs in der Chemiebranche bedroht – Gewerkschaft schlägt Alarm und kritisiert CO2-Preis

vor etwa 20 Stunden

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In der Chemiebranche sind 40.000 Jobs bedroht, wie der Chef der Chemiegewerkschaft IG BCE laut Handelsblatt auf einer Veranstaltung am Mittwoch sagte. 200 Anlagen und Werke sind geschlossen worden. „Wir reden hier also von industrieller Wertschöpfung, die ein für alle Mal verloren ist“, sagte Michael Vassiliadis. Anfang des Jahres seien bereits 25.000 Arbeitsplätze bedroht gewesen. Nun seien es 40.000 Stellen – ein Anstieg um 60 Prozent in acht Monaten.

In ganz Deutschland würden 260 Betriebe Stellen streichen. Das Krisenbarometer der Gewerkschaft „steht auf Sturm“, sagte Vassiliadis dem Bericht zufolge. „Überall geht die Produktion zurück.“ Der Rückgang liege zwischen zwei und neun Prozent. Angesichts dieser Situation forderte der Gewerkschaftsvorsitzende Erleichterungen beim CO2-Preis. Die derzeitige Regelung führe „in die Sackgasse“, denn sie „verdrängt Unternehmen, bevor sie sich transformieren können“.

Für besonders betroffene Unternehmen brauche es Ausnahmeregelungen. So könnten stark betroffene Unternehmen von der Teilnahme am CO2-Handel befreit werden, schlägt er vor. Am Beispiel des Chemiekonzerns Ineos führt er die konkreten Kostennachteile auf, berichtete Welt über dieselbe Veranstaltung. So habe die Firma bei Gas einen Kostennachteil von 100 Millionen Euro und bei Strom einen von 40 Millionen Euro. „Und nochmal 100 Millionen extra oben drauf für die CO2-Zertifikate.“ Ineos, sagt er, „ist kein Einzelfall, sondern die Regel.“

Die Preise für CO2-Zertifikate steigen so rasant, „dagegen können Sie weder ansparen noch transformieren“. Denn die Anzahl verfügbarer Zertifikate wird jedes Jahr von der EU um 4,3 Prozent reduziert. Bisher können bestimmte Bereiche der Schwerindustrie Zertifikate kostenlos erwerben. Doch ab 2026 gilt diese Regel nur noch stark eingeschränkt: Branchen, die vom CO2-Grenzausgleichssystem CBAM betroffen sind, erhalten keine kostenlosen Zertifikate mehr, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle schreibt. Die Chemieindustrie fällt unter diese Regelung.

Doch bereits jetzt hat sich der CO2-Preis „zu einem massiven Wettbewerbsnachteil entwickelt“, so Michael Vassiliadis laut Welt. „In China kostet die Tonne CO2 lediglich ein Siebtel, in Japan nur ein Siebzigstel dessen, was unsere Betriebe in Europa bezahlen.“ In der Vergangenheit hatte die Chemiegewerkschaft IG BCE, der rund 570.000 Mitglieder angehören, gefordert, dass es einen „Garantiepreis für grünen Strom“ gibt. Außerdem wurde der Ausbau der Stromnetze und der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur gefordert. Die Gewerkschaft fordert, die unterirdische Speicherung von CO2 in Deutschland zu erlauben.

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