
Seit Donnerstag moderiert die ehemalige Ethikrats-Vorsitzende Alena Buyx bei 3sat den Nano Talk. Im Vorfeld ihres Sendungsstarts hat sie dem Magazin teleschau noch ein Interview gegeben. In dem Zusammenhang hat sie sich auch erneut zu der Corona-Pandemie und dem Umgang mit dieser geäußert. Gefragt wurde Buyx konkret: „Was war unsere größte gesellschaftliche Leistung und was der größte Fehler – während Corona?“
Die einstige Ethikratsvorsitzende erklärte hierauf: „Ich bin ja schon froh, dass Sie auch nach der größten Leistung fragen. Denn darüber wird fast nie gesprochen. Ich bekomme sonst immer nur die Fehlerfrage (lacht)“, wird sie von der teleschau zitiert. Schlecht gelaufen sei demnach der Umgang mit der jungen Generation. An der damaligen Isolation hätten viele noch heute zu knabbern. Klar sei aber auch, dass die Kontaktbeschränkungen nur einen „Trend verstärkt“ hätten, „den es schon vorher gab“.
Weiter erklärte Buyx: „Was die Leistung betrifft, kommt mir zu kurz, dass wir unterm Strich relativ gut durch eine Zeit gekommen sind, die ziemlich drastisch war“. Viele hätten gelitten und große Sorgen gehabt. „Trotzdem hat über die gesamte Zeit immer ein Großteil der Bevölkerung den Umgang mit der Pandemie unterstützt“, so die ehemalige Ethikratsvorsitzende. „Man hat gesagt: Wir machen das jetzt gemeinsam! Es ist eine tolle Leistung, auf die wir auch stolz sein können“.
Positiv sei auch, dass während der Maßnahmen viele Menschen alles gegeben hätten. „Ich habe während Corona ständig Leute zu Höchstleistungen auflaufen sehen“, so Buyx. Diese großartigen Leistungen müsse man vielmehr in den Vordergrund rücken. „Es ist so schade, dass darüber so wenig geredet wird“, erklärt Buyx. Anerkennend an die teleschau führt Buyx weiter aus: „Sie sind einer der ganz wenigen, die mich in einem Interview danach gefragt haben“.
Auch zu anderen Themenbereichen äußert sich Buyx in dem Gespräch. Ihr zufolge sei zudem der Glaube an „die Wissenschaft“ auf dem Rückzug. „Wir haben uns insgesamt nicht genug Mühe gegeben, in die Gesellschaft hineinzuwirken“, erklärt Buyx. Statt Wissenschaftlern würden nun andere wirkmächtig in den öffentlichen Diskurs eingreifen. „Die Verbreitung von Wissenschaftsskepsis und schlicht Blödsinn“ greife allen voran auf Social Media um sich. Und weiter: „Da haben Menschen ihr Vertrauen zum Teil auf Verschwörungstheorien übertragen. Und das kann sich auf die reale Welt übertragen.“
Buyx gehörte zu den vehementesten Befürwortern einer Impfpflicht gegen das Corona-Virus und plädierte schon früh für die Einführung der 3G-Regeln. Ihrer Ansicht nach hätte man die Schutzmaßnahmen „schrittweise hocheskalieren“ müssen. Als größte Gefahr für die Demokratie identifizierte sie „verschwörungsideologische Erzählungen“. Zudem hob sie mehrfach hervor, dass Demokratiegegner die Pandemie gezielt instrumentalisiert hätten, um das Vertrauen in staatliche Institutionen zu erschüttern und die bestehende Ordnung zu schwächen.