
Am Samstag, 25. Oktober sollen in Bayern mittags um 12 Uhr die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen gesprengt werden. Dies bestätigte jetzt Betreiber RWE gegenüber der Günzburger Zeitung. Damit wird ein weiterer Schritt zur Zerstörung der Energieversorgung getan.
1976 wurde mit dem Bau der beiden 1344-Megawatt-Blöcke B und C am Standort Gundremmingen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg begonnen. Die beiden Reaktoren waren eine wesentliche Säule der Energieversorgung in Süddeutschland und lieferten etwa ein Viertel des in Bayern insgesamt erzeugten Stroms. Damit sollte Schluss sein.
Merkel ließ, als sie Bundeskanzlerin war, Gundremmingen durch den Atomausstiegs-Beschluss stillegen, die Betreiber RWE und PreussenElektra wurden gesetzlich dazu gezwungen. Habeck verhinderte dann als in seiner blamablen Amtszeit als Minister mit einer regelrechten Lügenkampagne eine Umkehr von diesem Beschluss.
Am 31. Dezember 2021 wurde der letzte Block C abgeschaltet. Für den Rückbau sind 2,8 Milliarden Euro vorgesehen, er soll bis in die 2030er Jahre dauern.
Heute kann Ministerpräsident Söder die Frage nicht beantworten, woher die bayerische Industrie künftig die Energie nehmen will. Im Wahlkampf hatte Söder noch versprochen, sich für die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken einzusetzen.
Der „Energiestandort“ Gundremmingen solle erhalten bleiben, blasen die Blätter unbefleckt von Kenntnis in den Raum. Ein Batteriespeicher soll dort entstehen, der mit einer maximalen Stundenleistung von etwa 400 Megawatt zu den größten in Deutschland zählen soll und mit Abstand der größte in Süddeutschland sein wird, heißt es.
An die Stelle der Kraftwerke sollen also lustige Batterien treten. Doch Batterien erzeugen keinen Strom, sondern speichern ihn nur. So viel Genauigkeit sollte schon sein. Der muss von irgendwoher kommen. Sicher nicht von Wind und Sonne. Die liefern nicht, wie wir in unserem TE-Energiewende-Wetterbericht täglich mitteilen müssen.
Aber selbst wenn sie irgendwie geladen sein werden – es ist schlichtweg lächerlich, wie eine kurze Überschlagsrechnung zeigt. Die Blöcke B und C des Kernkraftwerkes Gundremmingen B und C verfügten über eine Leistung von insgesamt knapp 2700 MW. Sie produzierten im Jahr etwa 20 Milliarden Kilowattstunden oder 20 Terawattstunden. Rund um die Uhr – unabhängig von Wind und Wetter. Der geplante Batteriespeicher soll eine Kapazität von 700 Megawattstunden (MWh) aufweisen und eine Leistung von 400 MW haben. Das bedeutet: Er kann nicht einmal zwei Stunden Energie abgeben, dann ist die Batterie leer.
Gundremmingen erzeugte einst 20.000.000 MWh pro Jahr. Die Batterie ersetzt gerade einmal 0,0035 Prozent der früheren Jahresproduktion. Das sind drei hundertstel Promille. Anders gesagt: Der Speicherinhalt der neuen Batterie ersetzt nicht einmal eine halbe Stunde Volllastbetrieb des alten Kraftwerks.
Gundremmingen wird so nicht zum Zukunftszentrum, sondern zum Mahnmal einer Politik, die Versorgungssicherheit zerstört und Wohlstand verspielt. Während andere Länder Kernkraftwerke ausbauen, vernichtet Deutschland Milliardenwerte – in einer Zeit, in der Strompreise explodieren, die Versorgungssicherheit wackelt und die Industrie abwandert.
Und die Sprengung der Kühltürme dürfte ebenfalls wieder zu einem Rummelereignis werden. Die Bewohner eines einstigen Industrielandes feiern und beklatschen die Zerstörung von Industrieanlagen und tanzen um die Schuttberge wie um ein Opferfeuer. Ein makabrer Triumphzug einer Gesellschaft, die ihre eigene industrielle Basis bejubelnd demontiert. Abriss ist Event, Zerstörung ist Zukunft. Hexensabbat auf den Schuttbergen.
Und die ungelöste Frage: Wer zieht Habeck & Co zur Verantwortung?