
Der verurteilte Rechtsextremist „Marla-Svenja“ Liebich, früher bekannt als Sven Liebich, hat sich nach eigenen Angaben ins Ausland abgesetzt, um einer Haftstrafe zu entgehen. In einem Live-Stream, der am Freitagabend auf Plattformen wie X verbreitet wurde, erklärte Liebich: „Ich habe das Land verlassen, heute bin ich nicht mehr hier, sondern in Sicherheit in einem Drittland.“ Der Stream zeigte Liebich vor einem dunklen Hintergrund, während Unterstützer vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz demonstrierten. Später bestätigte Liebich auf X, sich ins Ausland abgesetzt zu haben.
Quellen aus der rechten Szene spekulieren, dass Liebich nach Moskau geflohen sein könnte, um politisches Asyl in Russland zu beantragen, wo er in der Vergangenheit Sympathien für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine geäußert hatte. Dies würde zu Liebichs früheren Positionen passen, einschließlich der Unterstützung russischer Propaganda-Symbole wie dem „Z“. Auch verweist er in einem Post auf X auf den Kreml und Moskau als Stadt.
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Liebich war am 29. August 2025 um 22:00 Uhr zum Haftantritt in der Frauen-JVA Chemnitz geladen worden. Die Strafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung resultiert aus einer Verurteilung durch das Amtsgericht Halle im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung. Das Urteil wurde im Mai 2025 vom Oberlandesgericht Naumburg bestätigt. Liebich hatte zuvor angekündigt, den Haftantritt transparent zu gestalten, inklusive einer Pressekonferenz vor der JVA. Stattdessen nutzte Liebich den Live-Stream, um die Flucht zu verkünden, während Medien und Unterstützer vor Ort warteten.
NIUS-Reporterin Birgit Kelle war vor der JVA-Chemnitz und kommentiert das Nichterscheinen Liebichs:
Vor der JVA versammelten sich Unterstützter des Rechtsextremisten.
Der Fall Liebich hat eine hitzige Debatte um das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) ausgelöst, das seit November 2024 eine vereinfachte Änderung des Geschlechtseintrags ermöglicht. Liebich, der jahrelang durch queerkritische Äußerungen aufgefallen war, änderte kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes seinen Geschlechtseintrag auf „weiblich“ und den Namen zu Marla-Svenja. Kommentatoren sahen dabei ein gezieltes Vorgehen, um die rechtliche Realität in der Bundesrepublik auf die Schippe zu nehmen. Die Union fordert im Nachgang eine Abschaffung des Selbstbestimmungsgesetzes, um Missbrauch zu verhindern. Das Bundesjustizministerium betonte, dass die Unterbringung in einem Frauenknast nicht zwingend sei und Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden müssten.
Liebich verkündete auch, vor seinem Haftantritt den jüdischen Glauben angenommen zu haben – ebenfalls ein bewusstes Trolling.
Mit der Flucht führt Liebich die Öffentlichkeit und Behörden erneut an der Nase herum. Zuvor hatte er den Geschlechtswechsel genutzt, um das System zu testen und mediale Aufmerksamkeit zu erregen – etwa durch Ankündigungen, in einem Frauenknast untergebracht zu werden, was zu internationaler Berichterstattung führte. Nun entzieht er sich der Strafe, indem er die Haft ignoriert und möglicherweise in Russland untertaucht. Die Staatsanwaltschaft Halle dürfte nun Fahndungsmaßnahmen und einen internationalen Haftbefehl prüfen.
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