Rentner sollen ein soziales Pflichtjahr ableisten

vor etwa 8 Stunden

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Bildquelle: Tichys Einblick

Wie wird man zum „Top-Ökonomen“ befördert? Ganz einfach, indem man Marcel Fratzscher heißt, den Titel „Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung“ (DIW) trägt, stets opportunistisch im sozialistischen, planwirtschaftlichen Mainstream dahinsurft und sich selbst unmittelbar nach Merkels folgenschwerer Grenzöffnung von 2015 mit der Prognose krönte: „Flüchtlinge werden Renten der Babyboomer zahlen. Ein Flüchtling erwirtschaftet spätestens nach sieben Jahren mehr, als er den Staat kostet.“ Seit 2022 also müsste das der Fall sein. Ob Fratzscher damit auch die Finanzierung seines DIW mit den mehr als 300 Mitarbeitern sowie Merkels Polit-Rente und das neunköpfige Büro der Ex-Kanzlerin meinte?

Nun schreiben wir das Jahr 2025. Deutschland hätte ob der Flüchtlinge längst aufblühen müssen. Aufgeblüht sind aber neben unzähligen Gewalttaten inkl. zig Amok- und Messermorden nur die Transferleistungen für Flüchtlinge: auf jährlich zwischen 26 und 50 Milliarden Euro. Aufsummiert also seit 2015 auf rund 400 Milliarden. Nicht mitgerechnet: Unter den rund 5 Millionen Empfängern des jährlich über 50 Milliarden teuren Bürgergeldes sind fast die Hälfte arbeitsfähige Nicht-Deutsche.

Nun gefällt sich der „Top-Ökonom“ mit der Forderung nach einem sozialen Pflichtjahr für die „Boomer“-Generation. Warum? Viellicht hat Fratzscher doch kapiert oder gesagt bekommen, dass das mit den die Renten stabilisierenden Flüchtlingen doch nicht so richtig funktioniert.

Fratzschers Folgerung: Rentner sollen ein verpflichtendes soziales Jahr leisten: „beispielsweise im Sozialbereich, aber auch bei der Verteidigung“. Muss man gegen solchen Schwachsinn eigentlich argumentieren? Dass die „Babyboomer“ den Laden inkl. der teuren Wiedervereinigung am Laufen gehalten haben? Dass sie in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren – zumindest als Männer – ihre 18 oder 15 oder 12 Monate Wehrdienst oder Ersatzdienst geleistet haben? Jetzt reaktiviert als Volkssturm? Dass sie als Rentner weitaus mehr ehrenamtliches Engagement aufbringen als die Jüngeren? Unter den 14- bis 19-Jährigen (5,6 Prozent) und 20- bis 29-Jährigen (12,3 Prozent) gab es die wenigsten ehrenamtlichen Helfer. Die meisten Ehrenamtlichen sind im Alter von 50 bis 59 (19,7 Prozent), gefolgt von der Generation über 70 Jahren (19,1 Prozent.)

Weil Fratzscher in ARD und ZDF zur „Experten“-Immobilie geworden ist, weil die 08/15-Medien Fratzschers Schnapsidee rauf und runter deklinierten und es dennoch aus allen Ecken und Enden Widerspruch gab, legt Fratzscher jetzt Interview für Interview nach. Er hat eben Blut geleckt und bleibt gerne – wenn er schon sonst nichts zu bieten hat – in den Schlagzeilen.

Fratzscher wollte offenbar einen anderen Allerweltserklärer in den Schatten stellen. Schon im Juli 2025 hatte sich der „Generationenforscher“ Klaus Hurrelmann (81) im „Spiegel“ für einen sozialen Pflichtdienst für Senioren „am Ende ihres Arbeitslebens“ ausgesprochen.

Sogar die FAZ hat sich Fratzscher schon einmal zur Brust genommen und ihn 2020 zum „Welterklärer auf allen Kanälen“ gekürt. Fratzscher hatte Klimaaktivisten, die regelmäßig die Überwindung unseres Wirtschaftssystems fordern, zu Erneuerern der Marktwirtschaft geadelt. Und auch als „Corona“-Experte mischte er damals mit: „Viele Menschen stecken sich nicht beim Vergnügen in der Bar, im Fußballstadion, beim Skifahren oder auf der Karnevalsfeier an, sondern sie infizieren sich am Arbeitsplatz.“

Womit kommt Fratzscher demnächst um die Ecke? Wahrscheinlich mit der Anklage, dass die Babyboomer Schuld tragen am Klimawandel. Wetten, dass….?

Dazwischen sollte der „ökonomische Hanswurst in allen Gassen“ (Junge Freiheit) aber vielleicht mal ein 12-Monate-Praktikum in einer Straßenbaufirma machen. Aber nicht im Büro und nicht als Brotzeitholer! Dann würden ihm die Kollegen mehr oder weniger unsanft erklären, was sie von einem sozialen Pflichtjahr jenseits der 65 halten.

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