Somalier ersticht Somalier: Gericht fällt milderes Urteil, weil bereits Blutgeld gezahlt wurde

vor 2 Monaten

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Bildquelle: NiUS

Das Landgericht Berlin hat im Fall des 25-jährigen Somaliers Abdi A. ein milderes Urteil gefällt, weil die Familie des Täters ein Blutgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar an die Angehörigen des Opfers, Abdihannan M., gezahlt hatte. Das geht aus dem Gerichtsurteil im Falle des Tötungsdelikts vom 23. Juni hervor, der NIUS vorliegt.

Demnach heißt es in dem Urteil: „Zu einem nicht bekanntgeworden Zeitpunkt vor dem Auftakt der Hauptverhandlung einigten sich die Herkunftsfamilien des Geschädigten und des Angeklagten in Äthiopien auf die Zahlung eines sogenannten Blutgeldes in Höhe von 100.000 US-Dollar.“ Mit dieser Summe, die der Vater des Angeklagten nur unter großen Mühen, unter anderem durch den Verkauf nahezu sämtlicher Vermögenswerte und durch die Aufnahme von Privatkrediten in erweitertem Familienumfeld aufbringen konnte, heißt es weiter, „wollte er verhindern, dass die Familie des Geschädigten Blutrache an einem der drei Brüder des Angeklagten nehmen würde.“

Die Uhlandstraße in Westberlin verbindert Wilmersdorf mit Charlottenburg – hier kam es im Juni 2024 zu einem Tötungsdelikt im Asylbewerber-Milieu.

Am 23. Dezember 2024 wurde A. wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Die Zahlung floss laut Gerichtsakten in das Strafmaß ein, obwohl rechtlich umstritten bleibt, wie solch eine finanzielle Genugtuung in einem deutschen Strafverfahren zu bewerten ist.

Der tragische Vorfall ereignete sich am 23. Juni 2024 in der Uhlandstraße 137 Berlin-Wilmersdorf, wo Abdi A. seinen langjährigen Freund Abdihannan M. (24) in einem Hausflur erstach. Die drei Messerstiche trafen die Hauptschlagader, das Herz und die Lunge des Opfers, das trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen starb.

Beide, sowohl Abdi als auch Adihannan, stammen aus der Region Ogaden in Äthiopien und gehören dem Volk der Somali an. Der Name „Ogaden“ leitet sich von einem lokalen Clan ab, die Gegend ist seit Jahrzehnten Schauplatz von äthiopisch-somalischen Gefechten. Mehr als 60 Prozent der Bewohner Ogadens sind Analphabeten, nur jedes achte Kind (13 Prozent) besucht laut einer UN-Studie von 2005 die Grundschule. 95 Prozent der Menschen der Somali-Region sind zudem Muslime.

Frauen und Nutztiere in der Region Ogaden zwischen Somalia und Äthiopien, aus der Täter und Opfer stammen

Opfer und Täter kennen sich dabei schon aus ihrer Kindheit. Der Streit, der zum tödlichen Ausgang führte, entzündete sich im Drogen- und Alkoholrausch in M.s Zimmer, wo beide zusammen mit weiteren Freunden feierten. Laut Gerichtsakten kam es zu Rangeleien, nachdem A. die Lautstärke von M. auf die Nerven ging. Nachdem das Messer im Treppenhaus zu Boden fiel, ergriff A. es und stach dreimal zu.

Der Täter, der in Deutschland als Asylbewerber lebte, stammt aus einer angesehenen Familie in Äthiopien, sein Vater ist Beamter. A. verließ seine Heimat 2016 ohne politische oder wirtschaftliche Notwendigkeit, um ein neues Leben in Europa zu suchen. Nach Aufenthalten in Italien und Schweden stellte er in Deutschland einen Asylantrag, der abgelehnt wurde. Sein Lebensunterhalt bestand hauptsächlich aus Sozialleistungen und gelegentlichen Jobs, während er regelmäßig Drogen konsumierte und mit dem Gesetz in Konflikt geriet.

Der Fall war der Auslöser für eine NIUS-Investigativrecherche, die die Zustände am Tatort, der „Astrel-Pension“, eine Art improvisierter Migrantenunterkunft, beleuchteten.

Lesen Sie den ganzen Fall hier nach: Die Akte Uhlandstraße: Wie ein somalischer Messermord das kaputte Migrationssystem Berlins entlarvt

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